Vereinigung Südtiroler Qualitätsweinhöfe

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Erbhof Unterganzner

Die Lage

Am Ostrand des Bozner Beckens in 285 m Meereshöhe auf ortstypischem Porphyrfels gebaut, dort wo der Eggentaler Bach in den tosenden Eisack mündet, liegt der Erbhof Mayr-Unterganzner. Seit alters her wird hier Wein angebaut. Eine noch bestehende Wassermauer von Anno 1779 umringt den gesamten Weinhof und schützt ihn vor gefährlichen Überschwemmungen.

Das Klima
Die Bozner Beckenlage bedingt vorzügliche Voraussetzungen für die Rebkultur. Aufgrund der geographischen Lage an der Mündung des Eisacktales zum Bozner Talkessel, herrscht am Unterganznerhof ständige Luftzirkulation. Durch die luftige Lage ist die Reb- und Traubengesundheit garantiert und so sind hier auch extrem späte Traubenernten möglich. Ein weiterer Vorteil sind die milden Temperaturen im Winter und das heiße - jedoch niemals schwüle - Klima im Sommer.

Der Boden
Aufgrund der Nähe zum Fluß sind die Böden am Unterganznerhof Anschwemmböden („Alluvialböden“ genannt). Der Weinbergsboden selbst ist porphyrischen Ursprungs und wurde über die Jahrhunderte hinweg dem Flußbett der Gewässer abgerungen. Seine leichte Struktur ermöglicht eine rasche Erwärmung im Frühjahr und eine gute Durchlüftung sowie eine ideale Entwässerung. Die komplexe mineralische Zusammensetzung dieser tiefgründigen Böden bietet für die Rebe optimale Vegetationsbedingungen und verleiht den hier wachsenden Weinen ihren einzigartigen Charakter.

Der Weinberg
Oberstes Gesetz ist es, daß sich bei der Pflege des Weinberges alle Maßnahmen darauf konzentrieren, hochwertigstes Traubengut zu kultivieren. Dabei hat sich der „Unterganznerbauer” - allen modernen Entwicklungen zum Trotz - der Pergelkultur verschrieben. Allerdings wird die „Erziehung auf der Pergola“ so modifiziert, daß hohe Stockanzahlen pro Hektar gepaart mit niedrigen Stockerträgen, die Qualität sichern.
Durch sorgfältige Auswahl der Rebsorten, durch neue Erkenntnisse im Umgang mit der Ertragsregulierung und mit schonenden Pflegemaßnahmen wird dieses Ziel verfolgt. Bewußt verzichtet man hier auf Kunstdünger und Unkrautvernichtungsmittel.
Um das angestrebt hohe Rebstockalter zu erreichen, werden die Weinberge nicht gänzlich gerodet, sondern nur teilweise durch neue Setzlinge verjüngt. Dem Lagrein - als wichtigster Weinsorte am Hof - wird besonderes Augenmerk geschenkt: durch jahrzehntelange Selektionsarbeit sind Rebabkömmlinge entstanden, die weiterhin höchste Weinqualität garantieren.

Kellermeisterkunst
Schon immer haben sich die „Unterganzner” mit der Kunst der Kellermeisterbeschäftigt. Beweis dafür ist ein gut erhaltenes Büchlein, dessen Inhalt als vollkommener Unterricht für Kellermeister gedacht war. Während die Weine früher ausschließlich in Holzfässern gelagert und lange vor der Jahrhundertwende auch außerhalb der Landesgrenzen transportiert wurden, sind die heutigen Keller mit Beton, Stahl und innovativen Techniken ausgestattet. Dennoch spielt das Holzfaß nach wie vor eine herausragende Rolle. So werden die hochwertigsten Weine ausschließlich im Holzfaß gelagert. Durch die bewußt schonende Verarbeitung der Trauben und durch den vorsichtigen Umgang mit dem Endprodukt Wein soll die im Weinberg mühsam erarbeitete Qualität gefördert und erhalten werden. Mit viel Kreativität und Liebe zur Rebe entstehen hier exklusive Weine für besondere Menschen.

Der Erbhof
Simon Mayr, „Küchenmayr” in Völs am Schlern, hat im fernen Jahr 1629 den Unterganznerhof käuflich erworben. Die Familie Mayr lebt und arbeitet dort seit nunmehr zehn Generationen. Der Besitz wurde immer in direkter Erbfolge vom Vater an den Sohn weitergegeben. So ist das Anwesen typisches Beispiel eines „geschlossenen Hofes“. Nur durch jahrzehntelange Erfahrung, den gemeinsamen Einsatz und den Zusammenhalt aller Generationen am Hof, ist es möglich, Weinqualität in der hier produzierten Form zu erreichen.

Kurioses: Feigen, Kastanien & Oliven
Wie aus den Annalen hervorgeht, war die Idee zum Extravaganten hier am Hof schon immer irgendwie vorhanden. Bereits im vorigen Jahrhundert wurden in einer hauseigenen Orangerie Zitronen und Orangen gezogen und mit Erfolg verkauft. Ab dem Bau der Brennerbahn 1867 verloren die in Bozen produzierten Südfrüchte dann allerdings ihre wirtschaftliche Exklusivität. Neben dem klassischen Weinbau werden heute am Unterganznerhof auch Äpfel, Feigen, Kastanien, Nüsse, Kiwis, und - neuerdings auch! - Oliven angebaut und geerntet.

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